Informationen zum Schwangerschaftsabbruch

Wir stehen hinter Kristina Hänel!

Wir veröffentlichten hier die Informationen zum Schwangerschaftsabbruch in Deutsch, Englisch und Türkisch, die die Gießener Ärztin Kristina Hänel bisher auf ihrer Website zum Thema Schwangerschaftsabbruch für ihre Patient*innen zu Verfügung gestellt hatte.

Informationen zum Schwangerschaftsabbruch:     Deutsch     English     Türkisch

Kristina Hänel hat heute (19.01.2021) den Beschluss zur Ablehnung ihrer Revision gegen das Urteil aus Gießen vom Oberlandesgericht Frankfurt erhalten. Das Urteil nach #§219a wegen „Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“ ist nun rechtskräftig. Damit ist sie (zunächst) dazu gezwungen wichtige Informationen aus dem Internet zu nehmen.

Alle, die nicht selbst praktizierende Ärzt*innen sind, können Informationen zum Schwangerschaftsabbruch auf ihre Homepage stellen, ohne mit rechtliche Konsequenzen rechnen zu müssen. Auf der Soliseite Solidarität mit Kristina Hänel findet ihr PDFs auf Deutsch, Englisch und Türkisch sowie weitere Informationen: solidaritaetfuerkristinahaenel

Also nochmals: die Idee ist: Kristina Hänel muss sie die Informationen runternehmen, wir nehmen sie wieder rauf!

Teilt entsprechenden Infos und Links auf Euren Kanälen.

 

Neues Jahr, neuer Name: Wir heißen jetzt Feministisches Streikkollektiv!

Nach längerer Diskussion und internen sowie externen Anregungen haben wir, das Feministische Streikkollektiv Frankfurt am Main – vormals Frauen*streik Bündnis Frankfurt (F*Streik) – uns dazu entschlossen, unseren Namen zu ändern. Wir haben uns damit auseinandergesetzt, ob wir uns als Bündnis oder als Gruppe verstehen. Viele Aktive haben den F*Streik nie als klassisches Bündnis kennengelernt und von Beginn an als Gruppe wahrgenommen, in der wir – als teilweise noch in anderen Kontexten aktive – Einzelpersonen zusammenkommen. Zudem wurde unsere Arbeitsweise zunehmend verbindlicher und dauerhafter. Auch als Gruppe verorten wir uns weiterhin als Teil der bundes- und weltweiten feministischen Streikbewegung zum 8. März und darüber hinaus. Unser Feminismus ist antikapitalistisch, ökologisch, antirassistisch und wendet sich gegen jeden Antisemitismus. Eine Kernaufgabe liegt für uns weiterhin darin, uns divers zu vernetzen, Kämpfe mit (queer-) feministischen / Frauen*- Gruppen, Organisationen und Institutionen auch außerhalb der Szene zusammenzuführen und unsere Perspektive in Bündnisse einbringen. Wir wollen diesen Austausch dazu nutzen, die Verbundenheit der Kämpfe anzuerkennen, gemeinsam anzugehen und unser Selbstverständnis immer wieder kritisch zu hinterfragen.

Wir haben uns mit den Begriffen „Frau*“, „FLINT*“ und „feministisch“ auseinandergesetzt. Wir begreifen den Begriff „Frau*“ als politische Kategorie, der die bestehende binäre Logik des Patriarchats veranschaulicht, dabei aber auch Gefahr läuft, sie zu reproduzieren. Die Missverständlichkeit in seinem Gebrauch hat uns darin bestärkt, uns einen offeneren und weniger ambivalenten Namen zu geben. Das Sternchen verwenden wir also weiterhin, wenn wir von Frauen* sprechen: Nicht, um damit anzuzeigen, dass dieser Begriff plötzlich imstande wäre, alle Menschen, die sich nicht als cis-männlich verorten, miteinzuschließen; sondern um jedes Mal Irritation hervorzurufen, wenn der Begriff gelesen wird, statt ihn selbstverständlich zu verwenden, und anzuzeigen, dass auch Frauen* und Weiblichkeiten* vielfältig sind. Zukünftig wollen wir in unserer Praxis immer wieder diskutieren und situativ entscheiden, welcher Begriff an welcher Stelle so einschließend und dabei auch so genau wie möglich ist. Als feministisches Streikkollektiv ist für uns zentral, dass wir nicht aus einer identitären Kategorie „Frau“ heraus handeln, sondern unser Kampf gegen das Patriarchat alle einschließen soll, die von seiner Gewalt betroffen sind, und eine feministische und solidarische Praxis zum Ziel hat. 

Der Begriff des „Kollektivs“ macht unser Gruppenverständnis deutlich. Für uns bedeutet Kollektivität, dass wir gemeinsam und solidarisch miteinander sind: Das feministische Streikkollektiv ist ein offener Raum für Differenzen und respektvolle Diskussion, im Wissen, dass sich ein Denken und Planen nur in einer gemeinsamen Organisierung umsetzen lässt. Wir wollen ein zum feministischen und politischen Streik anregendes, partizipatives und basisdemokratisches Kollektiv sein, das in Kooperation und Vernetzung am 8. März und darüber hinaus aktivistische feministische Politik in Frankfurt voranbringt. Wir begreifen uns als Teil der internationalen, feministischen Streikbewegung, die die patriarchalen, kapitalistischen und rassistischen Verhältnisse in Frage stellt und tagtäglich bekämpft.

Redebeitrag 12.12.20: Solidarisch durch die Krise

Heute sind auch wir vom Feministischen Streikkollektiv Frankfurt wieder auf der Straße, um mit vielen gegen diejenigen zu protestieren, die ihre Kritik an den Corona-Maßnahmen in ein Geschwurbel von Freiheit kleiden und Seite an Seite mit Nazis und Reichsbürger*innen marschieren. Wir stellen uns gegen die protestierende Minderheit, die die Realität des Virus und seine Gefährlichkeit nicht anerkennen will. Diese Realität auszublenden bedeutet, das Sterben von Menschen in Kauf zu nehmen. Wenn die Verdrängung zum Prinzip wird, ist sie, ob durch aktives Handeln oder Unterlassen, ein Tötungsmechanismus. Eine solche Haltung kennen wir aus dem Faschismus. Wir wenden uns gegen diejenigen, für die es zu ihrer Vorstellung von Freiheit gehört, sich nicht um die Folgen, die das eigene Verhalten für andere hat, zu scheren. Eine solche Freiheit ist nichts anderes als Rücksichtslosigkeit, sie ist verkettet mit zerstörerischem Handeln und dem Gefährden von Leben.

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Redebeitrag 25.11.20: Tag gegen patriarchale Gewalt

In Deutschland wird jeden dritten Tag eine Frau* von ihrem Partner bzw. Ex-Partner getötet. Im Alltag bekommt man davon selten etwas mit: Geschlechtsbasierte Gewalt bleibt meist dort, wo sie passiert, hinter verschlossenen Türen, im vermeintlich Privaten. Das muss sich ändern! Das Private ist politisch und Geschlechtergerechtigkeit kann es nur geben, wenn das Herrschaftssystem Patriarchat in allen Lebens- und Arbeitsbereichen bekämpft und aufgelöst wird.
Über Morde an Frauen wird immer noch selten berichtet, und wenn, dann verharmlosen die  Darstellungen der Presse das Problem zumeist.

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Redebeitrag 05.11.20: FEURIO! – Demonstration

Für uns als feministische Gruppe ist es unumgänglich, den Zusammenhang zwischen extrem rechten und antifeministischen beziehungsweise frauenfeindlichen Einstellungen aufzuzeigen. Obwohl Antifeminismus Teil jeder extrem rechten Ideologie ist, wird dieser in der medialen Darstellung extrem rechter Gewalttaten dennoch kaum thematisiert oder erst verspätet offengelegt – in der öffentlichen Wahrnehmung kommt dieser Aspekt daher viel zu kurz.:

Der rechte Brandstifter Joachim S. hat zwischen September 2018 und Juni 2019 zahlreiche Brandanschläge auf linke Wohn- und Kulturprojekte in Frankfurt, Hanau und Schwalbach/Taunus ausgeübt. Continue reading „Redebeitrag 05.11.20: FEURIO! – Demonstration“

Redebeitrag 27.09.20: Safe Abortion Day, Rede I

Morgen, am 28. September, ist internationaler „Safe Abortion Day“. In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch eine Straftat und nur straffrei, wenn gewisse Bedingungen, wie die Beratungspflicht und die 12-Wochen-Frist, eingehalten werden. Ärzt*innen, die darüber informieren Abbrüche durchzuführen – wie es etwa Kristina Hänel, Nóra Szász oder Bettina Gaber getan haben – werden durch das sogenannte „Werbeverbot“ des §219a kriminalisiert. Es ist skandalös, dass dieser Paragraph, der seinen Ursprung in der NS-Zeit findet, trotz der starken feministischen Mobilisierung der letzten Jahre einfach weiterbesteht. Doch die Doppelmoral der deutschen Gesetzgebung – und ihre eugenische Geschichte – werden in Anbetracht dessen klar, dass Abbrüche sehr wohl im Falle potenzieller Beeinträchtigungen des Kindes (wie etwa bei Down-Syndrom) ermöglicht werden – und zwar dann als „medizinische Indikation“ ohne eine gesetzliche Frist.

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Redebeitrag 27.09.20: Safe Abortion Day, Rede II

Wir stehen jetzt vor der kroatisch-katholischen Gemeinde der wie vorhin schon gesagt wurde, ein Hafen der selbsternannten LebenschützerInnen in Frankfurt ist. Die selbsternannten LebensschützerInnen versammelten sich heute um12h vor der Beratungsstelle von pro familia.

Diese AbtreibungsgegnerInnen, die seit 2017 in Frankfurt am Main Mahnwachen veranstalten, sind Teil der Bewegung „40 Tage für das Leben“. 2004 in Texas gegründet, fand die Bewegung auf der ganzen Welt Nachahmung und kam über Kroatien und die kroatisch-katholischen Gemeinden auch nach Deutschland. Der Pfarrer der kroatisch-katholischen Gemeinde Offenbach, Tomislav Dukic, stellte die Räumlichkeiten für die Gründung der Initiative zur Verfügung.

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Redebeitrag 25.09.20: Klimastreik

Wir stehen heute hier zusammen am globalen Streiktag von Fridays for Future, gemeinsam mit Migrantifa, BeHeard, Black Power Frankfurt und Fridays for Future Frankfurt. Wir teilen alle ein Ziel: Wir streiken für die Zukunft!

Wir wollen eine Zukunft, wie auch eine Gegenwart, in der es sich lohnt zu leben. Eine Zukunft und eine Gegenwart, in der wir alle gut leben können und wollen! Deshalb: Wir wollen kein Grad mehr. Wir wollen ein Ende der kapitalistischen, kolonialen und patriarchalen Ausbeutung – von Körpern und Territorien. Ein Leben ohne Gewalt und Krieg. Eine Umverteilung von Ressourcen, Macht und Teilhabe. Wir wollen nichts weniger als einen grundlegenden Systemwandel. Für uns heißt Revolution, für die Zukunft zu sorgen.

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Redebeitrag 18.09.20: Auftakt der #Tarifrebellion

Liebe Freund*innen und Freunde,

wir vom Frauen*streik Bündnis Frankfurt stehen solidarisch an der Seite der Beschäftigten im öffentlichen Dienst! Für uns ist nicht erst seit gestern klar, dass unsere öffentliche Daseinsvorsorge das Rückgrat unserer Gesellschaft ist. Nicht zuletzt während der Corona-Pandemie zeigt sich, wie wichtig ein gut aufgestellter Öffentlicher Dienst ist. In Gesundheitsämtern, Krankenhäusern, Kitas, Schulen und anderswo wird systemrelevante, verantwortungsvolle Arbeit geleistet. Gerade diese Sorgearbeit, die noch immer größtenteils von Frauen* geleistet wird, muss stärker anerkannt und aufgewertet werden! Sie ist der Sockel unserer Gesellschaft, die Grundlage der Wirtschaft und macht unser Zusammenleben erst möglich. 

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Fahrraddemo zum Safe Abortion Day: Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung! Egal wo. Egal wer. Egal warum

Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland eine Straftat und nur unter Einhaltung bestimmter Bedingungen straffrei. Der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist unter dem Druck von rechts inzwischen deutlich erschwert. In der Corona-Krise wurden Schwangerschaftsabbrüche nicht einmal als notwendige medizinische Leistung angesehen.

Die so genannte „pro life“-Bewegung – de facto eine: Anti-Choice-Bewegung – zeigt sich stark wie lange nicht mehr: In Polen, Irland, Italien, Portugal, Frankreich – beinahe überall in Europa aber auch in Nord- und Südamerika verbreiten die Abtreibungsgegner*innen ihre menschenverachtende Ideologie und versuchen für die Beschneidung insbesondere der Rechte von schwangeren Menschen einzutreten. Auch in Deutschland versuchen sie die Stigmatisierung und Kriminalisierung ungewollt Schwangerer voranzutreiben. Zusammen mit der Union und der AfD versuchen sie das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung und damit die Vielfalt an Lebensentwürfen, sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten einzuschränken.

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