Aktion zum 1. Mai

Einen kämpferischen 1. Mai!

Gepostet von Frauenstreik_ffm am Freitag, 1. Mai 2020

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 Heraus zum 1. Mai – Internationaler Tag der (Sorge-)Arbeit

Der erste Mai, der internationale Arbeiter*innenkampftag, sollte nicht bloß Lohnarbeit betreffen, sondern auch Sorgearbeit. Mehrheitlich von Frauen und Queers ausgeübt  – darunter viele Migrant*innen -, wird diese Arbeit meist schlecht oder gar nicht bezahlt. Besonders die unbezahlte Sorge- und Hausarbeit im Privaten darf dabei nicht vergessen werden, denn diese ist oft unsichtbar und wird unsichtbar gemacht. Während aber die bezahlte Sorgearbeit – im Zuge der Corona-Krise – endlich als systemrelevant erkannt wurde, bleibt die unbezahlte Sorgearbeit weiterhin verdeckt – und das, obwohl sie im Zuge der Krise noch mehr Kapazitäten erfordert:  Mahlzeiten müssen mehrmals am Tag für alle im Haushalt lebenden Personen zubereitet werden, es entsteht mehr Dreck, Kinder müssen betreut und die Aufgabe der Koordination und Betreuung der schulischen Aufgaben noch zusätzlich übernommen werden. 

In der Zeit der aktuellen Pandemie gilt also wie nie zuvor: Löhne rauf für bezahlte Sorgearbeit und Annerkennung und Umverteilung von unbezahlter Sorgearbeit!
 Unsere Forderungen:
  1.  Mehr Personal, bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen für alle, die in Bereichen arbeiten, die in der Krise endlich als systemrelevant erkannt wurden (Krankenpfleger*innen, Altenpfleger*innen, Hebammen, Erzieher*innen, Verkäufer*innen, …)
  2. Abschaffung der Fallpauschalen und bedarfsgerechte Finanzierung der Gesundheit
  3. Eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich
  4. Lohnfortzahlung nicht nur bei Betriebsschließungen, sondern auch bei Kurzarbeit und bei notwendiger Kinderbetreuung bei KiTa- und Schulausfall
  5. Eine repressions- und barrierefreie Grundsicherung
  6. Ausbau von Schutzräumen für Frauen und Queers, Wohnungslose, Geflüchtete und Kinder

#internationalertagdersorgearbeit #sorgearbeitistsystemrelevant #nichtnurinderkrise #unsichtbarsystemrelevant #nichtaufunseremrücken

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TRANSNATIONALES FEMINISTISCHES MANIFEST
… um gemeinsam aus der Corona-Krise herauszukommen und das System zu verändern
(April 2020)

„Im gegenwärtigen Moment umarmen sich die Feminist*innen der Welt noch mehr. Wir werden nicht zur Normalität zurückkehren, denn die Normalität war das Problem: Im Angesicht dieser neuen weltweiten, gesundheitlichen, wirtschaftlichen und Ökosystemkrise kapituliert die globale feministische und transfeministische Bewegung nicht vor der Isolation und wird ihre Kämpfe trotz der Einschränkungen, die in unseren Gebieten durchgesetzt wurden, nicht verstummen lassen. Überall auf der Welt weigern sich Frauen und Queers, sich der durch die globale Pandemie noch zugespitzten Gewalt zu unterwerfen. Gestärkt durch die Kraft der internationalen feministischen Streiks der letzten Jahre, beginnen sie sich zu organisieren und ihre rebellischen Praxen miteinander zu verflechten. (…)

Wir müssen jetzt mehr denn je unsere Millionen Stimmen in die gleiche Richtung lenken, um die Zersplitterung zu vermeiden, die uns die Pandemie auferlegt. Im Moment können wir die Straßen nicht mit unserer feministischen Macht durchfluten, aber wir werden weiterhin unsere ganze Wut gegen die Gewalt eines Systems herausschreien, das uns ausbeutet, unterdrückt und tötet und werden die Schuldigen benennen. Damit wir unseren Platz in der ersten Reihe in noch größerer Anzahl wieder einnehmen werden können. Wir werden diesen Prozess der Grenzen durchkreuzenden feministischen Befreiung, den wir kollektiv und weiträumig gestalten, nicht unterbrechen. Wir werden weiterhin für jenes Leben kämpfen, das wir uns wünschen und von dem wir träumen. Wir rufen alle, die patriarchale Gewalt, Ausbeutung, Rassismus und Kolonialismus ablehnen, dazu auf, sich zu engagieren und sich uns anzuschließen, damit der weltweite feministische Kampf bereichert und gestärkt wird. Denn vereint überstehen wir nicht nur die Pandemie, sondern können alles ändern.“

Das ganze Manifest: TRANSNATIONALES FEMINISTISCHES MANIFEST. Hier übersetzt in Spanisch, Englisch, Italienisch, Catalan und Französisch.

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Wenn wir streiken, steht die Welt still! Aufruf zum Frauen*streik in Frankfurt 2020

Im vierten Jahr weitet sich der globale feministische Aufstand von Frauen* und Queers weiter aus: Weltweit gehen Frauen* und Queers auf die Straßen und wehren sich gegen staatliche und sexualisierte Gewalt, streiken für bessere Arbeitsbedingungen, machen sich stark für selbstbestimmte Sexualität, kämpfen gegen Umweltzerstörung und Klimawandel. Unsere ­Mobilisierungen bringen ganze Gesellschaften in Bewegung.
Wir sind Frauen* und Queers aus vielen Ländern und mit unterschiedlichen Erfahrungen. ­Einige von uns haben Krieg, Flucht und Vertreibung erlebt, andere arbeiten prekär oder ­pflegen ­unbezahlt Kinder und Angehörige. Viele von uns haben Gewalt erlebt. Das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung wird uns verwehrt. Die Sorgearbeit, die wir leisten und auf der unsere Gesellschaft basiert, wird nicht als solche anerkannt. Sie bleibt unsichtbar und unbezahlt. Entlohnt wird nur ein Teil unserer Arbeit und der auch noch schlechter als der unserer männlichen Kollegen. Das Strafgesetzbuch, sexistische Sprüche, sexualisierte Gewalt und Femizide erinnern uns daran, wie und wo uns die patriarchale und kapitalistische Gesellschaft haben will.
Der soziale Frieden ist auf unseren Rücken errichtet worden. Wir haben es satt, ihn aufrecht zu erhalten. Wir sind wütend und werden uns nicht weiter vereinzeln lassen: Wir streiken gemeinsam, queer und feministisch!

Was wir wollen?

Wir wollen selbstbestimmt leben. Anerkennung für unsere Arbeit. Ein Ende der kapitalistischen und patriarchialen Ausbeutung. Ein Leben ohne Gewalt und Krieg. Eine Umverteilung von Ressourcen, Macht und Teilhabe. Wir wollen nichts weniger als einen grundlegenden Systemwandel.

Was wir vorhaben?

Am 6. März werden die wir die Gewalt, die wir alltäglich erleben, sichtbar machen. Wir konfrontieren diejenigen, die Sexismus, sexualisierte Gewalt und Femizide verharmlosen, instrumentalisieren und rechtfertigen. Wir nehmen diese Gewalt nicht mehr hin!

Gerade da der 8. März 2020 ein Sonntag ist, nehmen wir die doppelte Ausbeutung durch Lohn- und Sorgearbeit in den Fokus. Wir rufen alle Frauen* und Queers auf: Lasst die Arbeit liegen und kommt zu den Streikcafés und zur Streikversammlung! Es ist Zeit zum Frau*lenzen!